Einsteigerfehler…und wie man sie vermeidet

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Da ich im Laufe der Zeit den einen oder anderen (dummen) Fehler begangen habe, dachte ich mir, es ist an der Zeit, ganz offen darüber zu reden, damit ihr aus meinen Fehlern lernen könnt. Immerhin haben einige meiner Fehler sehr unangenehme Schmerzen verursacht, die ich euch gerne ersparen würde.

Reibende Kleidung

Vermutlich der Fehler, an den ich mich am besten erinnere, ist mir bei meinem ersten Halbmarathon 2018 passiert. Es war ein warmer, wenn nicht sogar heißer Sonntag Mitte Mai und als ich ungefähr eine Stunde unterwegs war, wurde die Hitze richtig unangenehm. Um mich herum haben sich andere Läufer immer wieder bei den Verpflegungsstationen Wasser über den Kopf und den Oberkörper geschüttet, was ich schließlich auch gemacht habe. An jeder Verpflegungsstation. Mehrmals. Irgendwann war meine Kleidung klitschnass und locker sitzende Laufkleidung aus Polyester, klebt dann eben am Körper…und scheuert. Das hat dann irgendwann dazu geführt, dass an den Stellen wo meine Brustwarzen waren nur noch blutig gescheuerte Knubbel waren und auch meine Oberschenkel hatten nicht nur eine kleine offene Hautstelle. Also wenn ihr nach einem langen Lauf schmerzfrei und ohne laut zu schreien duschen wollt, schüttet euch nicht literweise Wasser über den Kopf. Außerdem trage ich seitdem immer (kurze) Lauftights und eng anliegendes Laufunterhemd unter meiner Kleidung. Da kann man sich dann auch mal mit Wasser abkühlen.

Zusätzlich zur Laufunterwäsche kann ich auch noch Salben wie Linola empfehlen, um aufgescheuerten Oberschenkeln vor allem bei langen Läufen vorzubeugen. Einfach ein bisschen was auf die betroffenen Hautstellen auftragen bevor man losläuft und alles wird geschmeidig.

Beim Rennen niemals neues Ausprobieren

Wenn man für einen Wettkampf trainiert, kommt man früher oder später auch an dem Thema Ernährung nicht vorbei. Vor allem bei längeren Wettkämpfen wie einem Marathon spielt die Ernährung eine enorm wichtige Rolle, damit dir nicht mittendrin die Kraft ausgeht.

Nachdem ich während meiner Vorbereitungsphase einige fertige Energieriegel und -gels ausprobiert hatte, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass keins wirklich gut für mich passt. Daher habe ich kurzerhand angefangen, meine eigenen Energiegels zu machen, was übrigens überhaupt nicht schwierig und im Vergleich zu kommerziellen Gels sogar richtig billig ist. Dazu aber in einem anderen Eintrag mehr.

Ich habe also monatelang immer die gleiche erfolgreiche Rezeptur für meine Energiegels verwendet. Mein Magen war darauf vorbereitet und alles hat wunderbar gepasst. Aus irgendeinem, mir mittlerweile unverständlichen Grund, habe ich mir für meinen ersten Marathon aber einen Energiedrink gekauft, um ihn bei Kilometer 31 zu trinken. Auf den gut 30 Km davor habe ich wie geplant meine Gels genommen, aber bei KM 31 musste der Drink her. Also gesagt getan…der Drink hat sehr stark gewirkt. Ich hatte plötzlich Energie wie verrückt, bin schneller gelaufen, war richtig aufgekratzt…für ungefähr 1 Km. Danach wurde mir richtig richtig übel, die Energie war komplett verflogen. Den Rest des Rennens habe ich mich dann mit über 2 Minuten mehr pro Kilometer über die Strecke geschleppt. Daran, eins von meinen Gels zu trinken, war überhaupt nicht mehr zu denken.

Also niemals, wirklich nie und nimmer und niemals, irgendwelche Experimente bei einem Rennen!!! Wirklich!! Total blöde Idee!!

Die Pace beibehalten

Wenn man in ein Rennen geht, hat man auch eine gewisse „Taktik“. Mit welcher Pace will ich laufen, an welchen Stellen gibt es fiese Steigungen, wo ist es möglicherweise windiger, etc. Natürlich macht es Sinn, sich so weit wie möglich an diese Taktik zu halten. Aber gerade die Pace hängt auch von der Tagesform ab. Insofern gibt es wahrscheinlich nichts frustrierenderes als auf Teufel komm raus, die Zielpace von Anfang an beizubehalten bis man dann mitten auf der Strecke einbricht…und noch soooo viele Kilometer vor sich hat. Den Rest der Strecke schleppt man sich dann nur noch umso frustrierter durch die Gegend, verflucht die Entscheidung, mit der Pace gelaufen zu sein, sich selbst, das Universum…

Also wenn es mal nicht so klappt beim Laufen, dann ist das beste was man meiner Meinung nach tun kann, es einfach zu akzeptieren. Klar, das ist leichter gesagt als getan. Immerhin hat man Wochen und Monate trainiert, um die geplante Leistung abrufen zu können. Hin und wieder klappt das aber einfach nicht. Ist halt so. Dann hilft es auch nichts wenn man wie besessen versucht, schneller zu laufen als der Körper an dem Tag in der Lage ist. Das macht es nur noch schlimmer und man denkt mit Sicherheit nicht gerne an den Lauf zurück.

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